Und der Sinus wird weiterschwingen / Über Musik und Mathematik Und der Sinus wird weiterschwingen / Über Musik und MathematikUnd der Sinus wird weiterschwingen / Über Musik und MathematikUnd der Sinus wird weiterschwingen / Über Musik und MathematikUnd der Sinus wird weiterschwingen / Über Musik und Mathematik

Und der Sinus wird weiterschwingen / Über Musik und Mathematik

Friedrich Kittler

Friedrich Kittler hielt am 3. Februar 2011 an der Kunsthochschule für Medien Köln einen Vortrag über Musik und Mathematik im Rahmen der Ringvorlesung „Die Künste und die Wissenschaften“. Dieser Vortrag ist nun als erster Band in der LECTURE-Reihe im Verlag der KHM erschienen.

Herausgeber: Kunsthochschule für Medien Köln
Konzeption der LECTURE-Reihe: Heike Ander, Anneka Metzger
Gestaltung: Christa Marek
Redaktion und Lektorat: Karin Harrasser, Anneka Metzger
Transkription: Lilli Tautfest
Druck: Baecker + Häbel Satz und Druck GmbH, Willich

2012
Buch

11,5 x 16,5 cm, 64 Seiten, Klappenbroschur

Auflage: 500
Preis: 9.00 €
ISBN: 978-3-942154-17-8

Friedrich Kittler beschäftigte sich im letzten Dezennium seines Wirkens umfassend und intensiv mit dem Verhältnis von Musik und Mathematik. Es war ihm wichtig zu untermauern, dass die Mathematik eine Kunst und daher Gegenstand der Kulturwissenschaften sein müsse. Insofern gehört er zu jenen, die eine Trennungsgeschichte der Künste und der Wissenschaften bestreiten. In Anlehnung an sein in zwei Bänden erschienenes Werk „Musik und Mathematik“ geht er in dem Vortragstext den Verwicklungen zwischen musikalischer Ästhetik und den Epistemen der Mathematik nach und entfaltet seine Vorstellung vom Fortgang von Musik und Mathematik in die europäische Neuzeit: Ausgehend von Odysseus‘ Bogen als schwingender Saite und dem arithmetischen Modell der Zahlsteinchen der Pythagoreer begründet er die Aufdämmerung der reellen Zahlen um 1600, die zur Entdeckung der temperierten Stimmung führen. Er beschreibt die erste graphische Simulierung einer schwingenden Saite und die Entdeckung der Obertöne, zeigt, dass sich selbst der Weltwille Schopenhauers in den widersprüchlichen Prinzipien der Temperierung und der Obertönigkeit äußert und landet schließlich beim berühmtesten Es-Dur-Dreiklang der Musikgeschichte.